Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Achter Jahrgang (1834-1843)
- Issue
- Achter Jahrgang erster Band zweites Heft
- Article
- Rede, kurz nach der Emancipation der Israeliten in Kurhessen
- Date
- 1834-01-01
- Page
- Seite 74 (sequence 6)
- Language
- German
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darum sollte man mit jedem Lage ein Licht mehr anzünden! *) Und wir , m. Z., die wir das Wirken der Gottheit und ihre ewige Fürsorge für die Schicksale der Menschheit so deutlich erkennen, wir sollten mit unserm Danke zurückbleiben? Wir sollten nicht aus allen Kräften uns dieser Wohlthaten durch einen frommen Wandel würdig zu machen suchen? Wir sollten nicht durch Tugend, durch Sittenreinheit, durch Fleiß unserer Stellung in der bürgerlichen Gesellschaft Ehre machen! — Wohl mußte der Druck, in welchem unsere Vorfahren schmachteten, viele Keime großer Tugenden ersticken; wohl mußten viele unter der Bürde, die ihnen ihres Glaubens halber auferlegt wurde, erliegen; wohl mußten höhere Bildung, nützliche bürgerliche Gewerbe fehlen, wo der Erlangung derselben unübersteigliche Hindernisse in den Weg gelegt wurden. Aber wir, nt. Z., wir sind so glücklich, in einem Staats zu leben, der von gerechten Fürsten regiert wird, in dem des Menschen heiligste Rechte geehrt Und geschützt werden, und der allen seinen Unterthanen, wessen Glaubens sie auch sein mögen, jederzeit einen sichern Schutz gewährt! So laßt auch uns denn mit einander wetteifern, allen Lastern entgegen zu arbeiten; laßt uns überall durch Tugend und Redlichkeit unfern Glauben verherrlichen; laßt uns Alles unterstützen, was das Glück und Wohl des Staates befördem kann; laßt uns insbesondere die zarte Jugend so erziehen, daß sie einst thätige und nützliche Bürger werden können. O ihr Eltern! was kann euch glücklicher machen, was kann euer Alter mehr versüßen, als wenn ihr eure Kinder von Jedermann geachtet und geliebt sehet! Ihr werdet dieses Glück erreichen, wenn ihr das Schicksal eurer Kinder nicht von einem glücklichen Zufalle abhangen lasset; wenn ihr dieselben nicht aus thörichter Liebe verzärtelt, und *) Wie cs am ChanUkä-Fesie, dem Eeremonial-Gefetze gemäßst während der acht festlichen Tage noch geschieht. D. H.