Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Achter Jahrgang (1834-1843)
- Issue
- Achter Jahrgang erster Band zweites Heft
- Article
- Rede, kurz nach der Emancipation der Israeliten in Kurhessen
- Date
- 1834-01-01
- Page
- Seite 73 (sequence 5)
- Language
- German
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73 dieser Zeit, hat es bis auf den heutigen Tag an Gefahren, an Widerwärtigkeiten mannichfacher Art gefehlt? Wie viele sind unter uns noch, m. Z., denen die herbsten Bedrückungen, die schmählichsten Beleidigungen des Glaubens halber widerfuhren? Wie viele Feinde unseres Glaubens erheben noch heute ihre Stimme in Wort und Schrift, um uns die heiligsten Rechte der Menschheit zu entreißen? Aber der Allgütige lenkte das Herz unseres, Recht und Tugend liebenden Fürsten; der Allgütige leitete die Gesi'nnungen der würdigen Vertreter unseres geliebten Hessenlandes, daß sie fast einstimmig unser Bestes wollten.— Ja, Freunde, laßt uns hierin die Einwirkung einer hohem Liebe, die Einwirkung Gottes , der die Herzen der Menschen lenkt, erkennen! Laßt uns mit gerührtem Herzen ausrufen: ״Großes that Gott für Jene, Großes that er für uns; deß sind wir herzlich froh." Haben wir aber diese Allgüte Gottes erkannt; fühlen wir es, wie groß sich der Herr uns gezeigt: sollten wir uns nicht fast unwillkührlich zu einem frommen und tugendhaften Wandel ermuntert fühlen? Können wir anders als auf diese Weise uns wahrhaft dankbar zeigen? — Als Gott unsere Vorfahren von dem ägyptischen Joche Lefreiete, da war es, wo sie von Sittenverderbniß und Aberglauben durch Sinai's Lehre geläutert wurden; da war es, wo sie durch das heilige Wort Gottes zu edeln, Gott wohlgefälligen Menschen sich vorbereiteten. Die Maccabäer waren es, welche nach ruhmvoll erfochtenem Siege den Tempel und den Altar des Ewigen von allem Unsaubern reinigten; sie waren es, welche die Waffen nicht niederlegten, bis Israel gereinigt war von jeder Spur des Gvtzendienstes, bis das Heiligthum entsündigt, der Altar eingeweihet und die Lichter wieder angezündet waren. Die Nacht verschwand und es wurde hell im Hause Israel. Und immer mehr und mehr sollte der Aberglaube verschwinden, und immer Heller und Heller sollte es in Israel werden,