Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Achter Jahrgang (1834-1843)
- Issue
- Achter Jahrgang erster Band erstes Heft
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1834-01-01
- Page
- Seite 54 (sequence 4)
- Language
- German
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04 ligen Denkmale des ehrwürdigen Alterthums verwischen zu wollen, sah ich vielmehr mit Fleiß darauf, daß die Übersetzung sich sogar der Wortfolge des Originals möglichst nahe anschließcn, und, wo es ohne Zwang geschehen konnte, selbst die vorkommenden Paronomasieen nachbilden möchte." Wir können es nicht anders, als lobend anerkennen, daß Herr Zohlson sich jener Konjektur- und Emendirsucht enthielt , indem er dem masoretischen Texte treu blieb. Abgesehen, daß die willkürlichen Textverbesserungen und erträumten Lesearten meistens aus dem Mangel an tiefer gehendem Forschungsgeiste ihren Ursprung nehmen-; so darf überhaupt das kritische Messer, welches selbst an die profane Literatur des Alterthums nur behutsam anzulegen ist, das Heiligthum der Bibel, gleich wie das eiserne den Altar des Herrn,*) nicht entweihen. Mag auch, wie Eichhorn**) meint, die Masora nicht das non plus ultra der Kritik sein, immer wird der Damm, den sie um die heilige Quelle gezogen, von dieser das unreine, trübe Wasser abhalten, ch) Zudem scheint es höchst bedenklich, daß ein Buch, welches der ganzen aufgeklärten Menschheit zur Belehrung und Erbauung dient, der Willkür individueller Ansichten preisgegeben werde und — wie ein Kleid sich der Mode — sich der Laune der Kritik unterwerfen soll. Selbst die Gegner dieser Ansicht mußten einräumen, daß ein gründlicheres Studium der hebräischen Schriften sie von der Entbehrlichkeit vieler kritischen Umänderungen überzeugt habe, -j--s) Wir wissen es daher dem Herrn Johlson Dank, daß er in unserer, alles niederreißenden und nichts bauenden Zeit zur *) 2. 25. Mos. 20, 25. **) Eichhorn Einleitung in das A. T. §. 158. s) Mbl. Orient, 2. Heft S. 65, und Herders Briefe über das Studium der Theologie, 1. Th. S. 22. sch) Vergl. Knapp in der Vorrede zu seinen Psalmen.