Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Achter Jahrgang (1834-1843)
- Issue
- Achter Jahrgang erster Band erstes Heft
- Article
- Geschichtliches und Literarisches
- Date
- 1834-01-01
- Page
- Seite 46 (sequence 18)
- Language
- German
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46 Und mein Ohr der Stimme Gottes lauschte, Die in Zephyrs Säuseln zu mir sprach, Und sein Hauch durch Wald und Fluren rauschte, Mächtig schaffend , wie am ersten Tag, — Und die Sonne endlich aufwärts schwebte In des Ostens gold'nem Siegesthor, Und der Schöpfung Saitenspiel erbebte, Und ertönte des Gefieders Chor: — — O! dann füllte süßer Gottesglaube Wärmer noch als Sonnenstrahl mein Herz — Und mein Staub sank betend hin zum Staube, Und mein Geist flog kräftig himmelwärts. Größer noch ist heute mein Entzücken, Heute, wo der Freiheit Sonnenlicht, Ewig uns von nun an zu beglücken, Durch des Mittelalters Nebel bricht. Und noch größter Gottesglaube füllet Heute mich mit Herzensseligke.it: — Er, ich fühl's, der unser Sehnen stillet, Und zum Licht uns führt durch Dunkelheit Er — vor dem der Erdensohn sich krümmet Und vertrauend blickt zur.Himmelshöh', Der der Völker Schicksal fest bestimmet, Wie des Einzelwesens Wohl und Weh', — Hat in seiner Liebe yeil'gem Walten . Unsers theuern Fürsten Herz gelenkt, Hat sein heil'ges Wort an uns gehalten: — Wahres Leben — Freiheit uns geschenkt. O! ich möcht' ein hohes Lied Ihm singen In des Herzens heißem Dankgefühl — Doch wer giebt dem schwachen Geiste Schwingen, Kräft'gen Klang dem matten SaitenspieLk Auch Verstummen ist ein Lied der Lieder Ihm, der prüfend unser Herz erschaut, Und in tiefer Ehrfurcht fall' ich nieder, Und dem schwachen Mund entfährt kein Laut! * * *