Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 7 (1825-1833)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Auszug aus einem Schreiben eines würdigen, gelehrten Rabbiners, an den Herausgeber über den Inhalt des neunten Heftes, siebenten Jahrganges der Sulamith
- Date
- 1825-01-01
- Page
- Seite 372 (sequence 5)
- Language
- German
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Recht oben an. Herzlichen Dank, mein geehrter Hers Direktor! daß Sie fiir den wackern Prediger auch einen Mackern Recensenten gewühlt, und ich glaube nicht zu irren, wenn ich vermuthe, daß wohl folgende Ansicht Ihre Wahl bestimmte. Es ist Ihnen nämlich bekannt, wie mißfällig man von Seiten mancher christlichen Gelehrten das Streben unserer aufgeklärten Volkslehrer, unserm Religionssysteme durch Zurückführuug zu dem, was Moscheh und die Propheten gelehrt, seine rechte Gestalt zu geben, ansieht. ״Wie," ruft man uns zu, ״ihr glaubt genug gethan zu Haben, wenn ihr das Judenthum auf das beschränkt, was Moscheh und die Propheten «ach ihm als gut und weise dargestellt? Wißt ihr aber nicht, daß Moses öfters heterogene Begriffe von Gott aufstellt, daß er von der Unsterblichkeit der Seele gar. nichts erwähnt und daß endlich seine Sittenlehre bei weitem nicht Alles enthält, was zu diesem Gebiete gehört? Auf diesem Wege also gelangt ihr nicht zur Wahrheit! Wollt ihr diese finden, so müßt ihr sie anderwärts suchen."-— Allerdings, «rwiedern wir darauf, naht sich Moses zuweilen der menschlichen Vorstevungsweise, wenn er von Gott spricht; aber dieses gebot ihm die Rücksicht auf die niedere Bildungsstufe derjenigen, zu welchen er sprach. Es selbst hat, wie dieses aus vielen seiner Reben hervorgeht, das höchste Wesen nur geistig aufgefafff* Es ging ihm hier, wie dem Stifter der christlichen Religion, der ebenfalls in Rücksicht auf feine Zuhörer so manche Anthropomor,