Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 7 (1825-1833)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Auszug aus einem Schreiben eines würdigen, gelehrten Rabbiners, an den Herausgeber über den Inhalt des neunten Heftes, siebenten Jahrganges der Sulamith
- Date
- 1825-01-01
- Page
- Seite 370 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2304627-2304631-2304633-2311299--08142-2311766- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
370 UNd cha l dä r sch e W o rte aus deck Talmud, die da beweisen sollen, daß wir die Bekenner der christlichen Religion nicht als Unsere Mitbrüde« ansehe«, den Staat, in welchem wir leben, nicht als unser Vaterland betrachten, auf einen politischen Erlöser hoffen, u. s. w. u. s. w. Und wenn wir zehnmal versichern r Cs ist nicht wahr! Der Talmud lehrt dieses nicht und was er hierüber sagt, hat nur auf bis Zeiten der Verfolgung und Unterdrückung Bezug, und sollte auch einmal ein Rabbi so etwas geäußert haben , wir legen keinen Werth darauf, da es mit den Grundsätzen unserer, die reinste Menschenliebe lehrenden , Religion in Widerspruch steht; wenn wir alles dieses himmelhoch betheuern r man glaubte uns nicht, wie man unserem verfolgten Rabbi nicht glaubte und befreit uns eben so wenig von den Fesseln bürgerlicher Unterdrückung, wie man die wirklichen Fesseln lösete, welche Bosheit und Verlenmdung über jenen geschmiedet hatten. *) Die Mittheilung über die Israelitischen Eiuwohne« Berlin's ist sehr schätzbar, da sie, wie der Verfaffer versichert, «in wahres Bild von unseren, in großer Anzahl dort lebenden Glaubensbrüdern giebt. Berlin war es, wo, angeregt durch den großen Mendelssohn und seine Freunde, die Israeliten zuerst *) Die Äußerungen über den zweiten Aufsatz im 9. Hefte, können, so durchdacht und ausführlich sie auch sind, hier nicht mitgetheilt werden, da sie zu polemisch abgefaßt und nicht frei von Persönlichkeiten sind. D. H.