Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 7 (1825-1833)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Auszug aus einem Schreiben eines würdigen, gelehrten Rabbiners, an den Herausgeber über den Inhalt des neunten Heftes, siebenten Jahrganges der Sulamith
- Date
- 1825-01-01
- Page
- Seite 369 (sequence 2)
- Language
- German
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angesehen und unterlasse uicht, Aßneu mein Urtheil hierüber mitzutheilen: Die erste geistige Frucht Ihrer Sulamith, daS Schicksal des Rabbi Lipmann Heller von einem unserer geschätztesten Literatoren, dem Hrn. vr-.Jost in Berlin, mitgetheilt, ist in mancher Beziehung in» teressant. Der edle Charakter des unschuldigerweis« Angeklagten und verfolgten Rabbi leuchtet dergestalt aus der ganzen Erzählung hervor, daß wir ihm unr sere tiefste Verehrung zollen müssen. Im Unglücks verräth der Mensch seine Gesinnung nicht minder, als im Glücke und dieses beweis't denn auch unser Rabbi. Nicht nur (was ihm doch nach seiner Rettung mög>!ich gewesen wäre) , daß er weit entfernt ist, an seinen boshaften Verfolgern irgend eine Rache zu neh> men, er spricht sich nicht einmal mit Bitterkeit über sie aus. Nur seine Leiden erzählt er, denen aber, welche si§ verursacht, Hat er von ganzem Herzen vergeben. —י Wenn indeß Hr. V1-. Z o st seine Freude darüber aüsspricht, daß die Zeiten aufgehört haben, wo einige unbedeutende hebräische und chaldäische Worte eines Rabbinen zu solcher Verfolgung Anlaß geben können, so müssen wir dagegen bemerken, daß dieses in einem andern Sinne leider! auch noch jetzt der Fall ist. Sind nicht diejenigen Staaten Deutschtands, welche uns vollkommene bürgerliche Freiheit einräumen, noch die wenigsten? Und was hat man denn in den StLndeversammtüngen, wo diese Angelegenheit zu« Sprache kam, meistens dagegen borgebracht? — Ebenfalls nichts als einige hebräische