Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 7 (1825-1833)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Baruch Spinoza
- Date
- 1825-01-01
- Page
- Seite 332 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2304627-2304631-2304633-2311287--08085-2311728- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
versität als ordentlicher Professor der Philosophie 1673׳. — Auf's mäßigste lebend, mit höchst geringem Bedürfnis nach körperlichem Genüsse, zeigte er sich eigennutzlos, wie Sokrates — indem er die reis chen Pensionen, die ihm einzelne, hellersehende Personen, ״um besser leben zu können," anboten, ab, schlug — wohlthätig, indem er von dem Wenigen, was er besaß , Dürftigen, gern mittheilte. Dies war S pi no za' s Charakter , wie ihn um leugbare Lhatsachen uns darstellen. Und als Schrift, steiler? Jenes laute Geschrei, das ihn einen Gott tesleugner, einen derer, die die sittliche Grundlage der menschlichen Gesellschaft vernichten, das ihn ״Verfluchten," anstatt ״Gesegneten" *) nannte — in des Wissenschaft, im Gebiete der Philosophie ist es verklungen. Seit jenem Versuche Herder's in seiner Schrift ״Gott!" hat man der Ergründung der Philosophie Spinoza's viele Mühe gewidmet, und sie belohnte sich: er steht gereinigt da, es zeigte sich auf's unumstößlichste, daß seine und die folgende Zeit ihn und seine Sprache!nicht verstanden, und -sich blenden lassend von einzelnen Ausdrücken (wie snbstantia, attributum etc.) t heM Unschuldigen so Schreckliches aufbürdete.. Wir sagen: Schreckliches, denn dies mußte es Spinoza sein, hätte er geahnt, was man von ihm meinen und sagen sollte, er, der als höchstes Ziel und höchste Glückseligkeit des Men- *) Maledictus für Benedictas, Kort holt de tribus impostoribus p. 75.