Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 7 (1825-1833)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Baruch Spinoza
- Date
- 1825-01-01
- Page
- Seite 331 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Eben so suchte man später die Herausgabe seiner Schriften zu verhindern und zu unterdrücken, so daß feine bedeutendsten erst nach seinem Tode erschienen, *) Ja, als er einst eingeladen vom Prinzen Conds, dev fich mit ihm zu unterhalten wünschte, ans einige Lage zu diesem nach Utrecht gereist war , ohne ihn zu treffen, Wiegelte man den Pöbel im Haag gegen ihn auf, als einen franzd'stschen Spion. Denn in dieser Stadt lebte er seit dem Jahre 1670. In den dusteren Umgebungen eines Hofes, sich oft wochenlang nicht von seinem Zimmer entfernend, von wenigen, meist falschen Freunden selten besucht, ohne Gattin und Kinder, immerfort mit seinen Studien beschrift tigt, lebte er hier noch etwas über sechs Jahre, und starb , lange gequält vom Siechthume eines abzehrenden Körpers, an der Schwindsucht. — Streng war sein Charakter, wo es einen höher!» Zweck galt, ernst und felsenfest: aber sanft, mild und ruhig in des Lebens Gewöhnlichkeit — da kam kein leidenschastliches Wort über seine Lippen, von denen nur eine leicht fesselnde Unterredung floß, da ermahnte er zur Frömmigkeit, zur Eintracht, wie es die Religion gebietet, da wies er von sich, was nutzlosen Kampf und Unruhe über ihn und Andre bringen konnte, — einen glänzenden Ruf nach Heidelberg an die Uni- *) Bei seinen Lebzeiten erschienen nur die Renati des Cartes principiorum philosophiae P. I, et II. more geometrico demonstrata. Amstel. 1663, Nebst den Cogitata Metapliysica und die theologisch-politische Abhandlung 1670.