Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 7 (1825-1833)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Baruch Spinoza
- Date
- 1825-01-01
- Page
- Seite 329 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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329 Auge nicht wenige Gestalten der Vergangenheit, wek che, : gerechte Ansprüche auf den Ruhm von Fördern der menschengeschlechtlichen Bildung habend, dennoch, da ihr Streben und dessen großartige Resultate von einer dunklern Mitwelt nicht allein nicht begriffen, fott* der» verkannt und verlästert wurden, auch von der Nachwelt noch immer als abschreckende Phantome, als Irrlichter und Zerrbilder angesehen werben. Und was ist in solchen Augenblicken natürlicher, als daß in uns der «ege Wunsch aufsteigt, diese verkannten Schatten zu sühnen ,: und , ׳sie hinzeichnend der Gegenwart in ihrer ursprünglichen Reinheit, gut zu machen, was die Menschen an ihnen verbrachen? Und hiezu ist besonders unsre Zeit berufen, welche, den Begriff der Menschheit höher erfassend, die wahre Bedeutung und Würde der Geschichte nach allen Richtungen lebendiger, in sich ausgenommen hat. Und wie Vieles ist denn auch schon geschehen — durch den negirenden Sinn partheilicher Vorliebe, durch das einseitige Sm chen des eignen beschränkten Ichs in der Vergangenheit mitten hindurch! Baruch Spinoza, *) geb. in Amsterdam am 24. November 1632, gest. am 21. Februar 1677 im Haag, alt 44 Jahre, 2 Monate und 27 Tage, seinem Geschlecht« nach ein portugiesischer Jude, seinem Glauben nach keiner positiven Religion zugesagt, *) Gewöhnlicher Benebiktus (die lat. Übersetzung von Baruch, der Gesegnete ) genannt.!