Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 7 (1825-1833)
- Issue
- Heft 2
- Article
- [Rezension] / R.
- Date
- 1825-01-01
- Page
- Seite 172 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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172 unser Zeitalter ist in vieler Hinsicht das aufgeklärte und eultivirte zu nennen,- aber gerade in der wich!! tigsten Hinsicht ist es noch wenig seinen entschlafenen Brüdern vorgeschritten. Und was ist die Ursache davon? Keine andere, als weil man immer noch das Kleid mit dem Körper, die Form mit dem Wesen, das Äußere mit dem Innern verwechselt. DerHeuchs ler, der Betrüger, der Menschenfeind, der Wvllüsts ling, der Sünder jeder Art wird in der bürgerlis chen Gesellschaft geduldet, der Staat nimmt weder Rücksicht auf seine inneren Gesinnungen noch äußeren Handlungen, sobald nur letztere nicht offenbar die öffentliche Sicherheit und Wohlfahrt gefährden; aber ob der eine auf diese, der andere auf jene Art sei, nen Gott verehre, ob er sein Verhältniß zu ihm aus diesem oder jenem Gesichtspunkte betrachte, ob er diese oder jene Vorstellung sich von demselben mache: das ist das Wichtige, darauf kommt cs bei der Frage an, ob und in welchem Grade er geduldet und als ein ächtes Mitglied der bürgerlichen Gefells schaft angesehen werden soll, darauf müssen wir Rücksicht nehmen, wenn wir uns in nähere Verbins düng mit ihm einlassen wollen^ Ich bin zwar weit entfernt, zu behaupten, daß jede Glaubensfvrm völs lig gleichgültig sei , daß es gar keinen Einfluß auf die innere Religion des Herzens habe, ob ich mir diese oder jene religiösen Vorstellungen mache. Auch die Form muß dem Wesen entsprechen, das Kleid dem Körper anpassen, aber di« gänzliche Verwechse, lung von beiden ist das Fehlerhafte. So sind die