Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 7 (1825-1833)
- Issue
- Heft 2
- Article
- [Rezension] / R.
- Date
- 1825-01-01
- Page
- Seite 173 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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173 geistigen Vorstellungen das Wesen, die Sprache die Form/ in der sie wahrnehmbar austreten. Wem ist es aber je eingefallen/ dem Andern deswegen seine Liebe zu entziehen/ weil er nicht in deutschen/ sons dern in französischen oder spanischen Tönen sein Inneres ausdrückt? Und sind religiöse Ansichten tit was anders/ als die SpWle/ wodurch der Mensch seine innere Religion darstellt? Das Wesen der Gottheit und ihr wahres Verhältniß zum Menschen bleibt für uns das ewig Unaussprechbare — Aber der Glaube an Gott/ die Überzeugung/ daß wir nur durch gute und heilige Gesinnungen und Handlungen uns feines Wohlgefallens würdig machen können/ ist in jedes Menschen Herz mit unvertilgbaren Zügen eingegraben / ist auch da noch ünvertilgt/ wo das Böse diese innere Schrift mit seinem Schmutze über/ zogen und unleserlich gemacht hat/ denn das Gewiss sen schläft auch bei dem verhärtetesten Bösewicht nicht ewig. In diesem Glauben/ in dieser Überzeugung besteht das wahre Wesen der Religion/ aber Reife oder Unreife des menschlichen Verstandes/ geringerer oder stärkerer Einfluß des ihn umgebenden. Irdischen bestimmt seine Votstellungsart von Gott und giebt seinen religiösen Ansichten die äußere Form« Je rekner und einfacher diese ist/ je mehr sie nach dem Urtheile der Vernunft/ dieses Lichtes aus Gott/ das »ns zur Leuchte auf dem Lebenswege mite gegeben wurde/ deck innern Wesen entspricht/ desto Mehr ist sie im Stands/ dasselbe auch Äußerlich barzüstelleN/ so wie auch eine Sprache vor der andern Vli. Jahrg. ,2. Band, 13