Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 7 (1825-1833)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Merkwürdige Schicksale des berühmten Rabbinen R. Lippmann Heller, in den Jahren 1629-1644 von ihm selbst beschrieben
- Date
- 1825-01-01
- Page
- Seite 153 (sequence 13)
- Language
- German
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153 alten Feiten verhaßte, oft mit Bannfluch belegte, aber dennoch stets als Mißbrauch wiederkehrende Käuflichkeit der Rabbinate abzuschaffen. Nachdem die Obe« Häupter seiner Gemeinden darüber Gesetz-Beschlüsse gefaßt hatten, ward die Sache in einer großen, bei Luck gehaltenen Synode aller Gemeinden und einstimmig angenommen. Die Beschlüsse dieser Synode wurden auf allen Messen Klein- und Groß-Polens, Litauens , Rußlands u. s. w. zur öffentlichen Kenntniß gebracht. Ja man machte es zum Gesetz , die Abschaffung der Käuflichkeit des Rabbinats alljährlich in den Synagogen urkundlich vvrzulesen. Auch dies zog dem Rabbi Lipmann die Feindschaft vieler, besonders reicher Gegner zu, die alles aufboten, um ihn zu stürzen. Man verklagte ihn beim damaligen Landesherrn wegen eigenmächtigen Verfahrens, und es fehlte nicht viel, daß er der Kabale unterlegen hätte. Er wich den Stürmen durch eine furze, ihm vom Landesherrn aufgegebene Flucht aus Wladimir, wohin jener 1643 kam, und, wie es scheint, in Abwesenheit des Rabbi Lipmann die Sache untersuchen wollte. Bald ward ihm die Rückkehr gestattet, und der Leumund zum Schweigen gebracht. Endlich ward er im Jahre 1643, im Herbst, mit großen Ehrenbezeigungen als Rabbiner nach Krakau berufen. Er fand dort die beste Aufnahme und ward im Winter 1644 am Isten Adar vor dem versammelten Gemeinde-Vorstände förmlich installirt. Diesen Tag bestimmte er nunmehr als ein Fest für seine Familie und Nachkommen; denn jetzt hatte , er die höchste