Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 7 (1825-1833)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Merkwürdige Schicksale des berühmten Rabbinen R. Lippmann Heller, in den Jahren 1629-1644 von ihm selbst beschrieben
- Date
- 1825-01-01
- Page
- Seite 150 (sequence 10)
- Language
- German
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150 Betreff seiner Schriften ward ihm nur aufgegeben, die anstößigen einzelnen Wörter, die zur Anklage Grund enthielten, zu tilgen oder zu ändern, so daß die Werke nicht confiscirt wurden. - Nunmehr erst brachte Rabbi Lipmann in Erfahrung, auf wessen Anstiften alles dies geschehen sei. Es war' das Werk eines Wiener Hvfmannes, den er aus Schonung Nicht nennen will. Tief bekümmert besuchte Rabbi Lip mann denselben, und bat ihn, wenigstens ihm das Rabbinat wieder zu verschaffen. Jener erwiedcrte: Gerade diese Absetzung desselben habeer beabsichtigt, und sie Mein verschaffe ihm Genugthuung für eine von ihm erfahr rene grobe Beleidigung; denn es sei ihm wohl hinterbracht worden, wie er sich vor dem Kaiserlichen Statthalter in Prag gerühmt-habe, ihn, den Hofmann, in einem gelehrten Streit der Unwissenheit überwiesen zu haben. Rabbi Lipmann wußte sich unschuldig. Er rechtfertigte sich sogleich durch die Sache selbst, indem er ihm bewies, daß der Statthalter , wovon die Rede war , mehrere Monate vor seiner Ankunft in Prag bereits gestorben war, er ihn also unmöglich hatte sprechen können. Der Hofmann sah sein Unrecht ein. Indeß erklärte er ihm, es sei unmöglich, die Absetzung zu widerrufen, jedoch wolle er ihm zu jedem andern Nahrungszweige oder zu einem andern Rabbinate gern beistehen. Rabbi Lipmann stellte ihm hierauf vor, wie er für keinen andern Erwcrbzweig sich eigne; ein anderes Rabbinat aber in diesen schlimmen Zeiten ausfindig zu machen, für einen