Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 7 (1825-1833)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Merkwürdige Schicksale des berühmten Rabbinen R. Lippmann Heller, in den Jahren 1629-1644 von ihm selbst beschrieben
- Date
- 1825-01-01
- Page
- Seite 147 (sequence 7)
- Language
- German
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147 inelech gegen die christliche Religion geschrieben zu haben. Rabbi Lipmann erwiederte, es sei Hm so etwas nicht in den Sinn gekommen; der ganze Inhalt betreffe nur talmudische Lehren, und wenn von fremden Religionen gesprochen werde, sei nur die Rede von Heiden, wie jedermann wissen Nach vielen Erörterungen entließ ihn der Kanzler mit dem Befehle, sich bei Leibcsstrafe in feinem Wirthshause zu halten (während er eigentlich ins Gefänguiß geworfen werden sollte), und versprach ihm, die Sache von einer sachkundigen Kommission prüfen zu lassen. Am Sonntage darauf, als die Kommission niedergesetzt war , trat der zweite Stadtrichter mit zwei Gerichtsdienern zu Rabbi Lipmann herein, und zeigte ihm den Befehl, ihn nach dem Kriminal- Gei fängniß abzuführen. Erschrocken bat Rabbi Lipmann nur um Entlassung der Gerichtsdiener. Der Richter gewährte es ihm, und begleitete ihn allein-zum Gefängnisse, wo er 24 Stunden eingesperrt blieb. Kein Jude ward zu ihm gelassen. Doch betrugen die dort befindlichen Verbrecher sich ehrerbietig gegen ihn. Am Lage darauf räumte ihm der Oberlichter ein besseres Ziwmer ein, und ließ angesehene Juden zu ihm. Am dritten Tage ward er endlich, durch die Fürspräche bedeutender Personen, ins Staatsgefängniß gebracht, wo er bequem wohnen und sich mit jedem ungehindert unterredcn konnte. Der Kerkermeister gewährte alle seine Wünsche , und er fand bei seinen Freunden Trost und Beruhigung« /