Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 7 (1825-1833)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Merkwürdige Schicksale des berühmten Rabbinen R. Lippmann Heller, in den Jahren 1629-1644 von ihm selbst beschrieben
- Date
- 1825-01-01
- Page
- Seite 146 (sequence 6)
- Language
- German
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146 Erschrocken bat der Vorsteher, zuvor einige Abgeordnete an den Statthalter abzusenden, um Aufschub zu erflehen, Der Richter gewährte dies, und 'versprach, allenfalls die ganze Nacht zu verweilenum den Erfolg abzuwarten, Sogleich wurden zwei Abgeordnete nach der kleinen Seite hingesandtt Sie fanden das Haus des Statthalters verschlossen , pochten so lange, bis die innere Schildwache sie um die,Ursache fragte, und wurden, da sie dringender Umstände wegen den Statt- Halter sprechen zu müssen behaupteten, eingelassen, Der Statthalter ward geweckt und gab ihnen Gehör. Sie stellten ihm unter Thränen vor-, welche Schmach ihnen die plötzliche Verhaftnehmung des Rabbinen bereiten würde , ja von welchen schrecklichen-Folgen für alle Gemeinden dies Verfahren sein dürfte/׳ da jeder alle Juden für Landesverräther verschreienivürde. Sie bäten, fügten sie hinzu, um einen Befehldaß der Rabbiner allein nach Wien reisen follSf׳-i»Mlwrsprachen die bündigste Bürgschaft für die aügenblickliche Vollziehung desselben, Der Statthaltergenehr migte ihre Vorstellung und ihren-Vorschlag, und befahl dem Richter schriftlich , dem Rabbinen anfzur geben, binnen 6 Tagen vor dem Reichs- Kanzler in Wien zu erscheinen, und sich Bürgschaft stellen zu lassen, ' ׳ Am Sonntage darauf war Rabbi Lipmann in Wien, und erschien am Montage vor dem Kanzler. Dieser fuhr ihn hart an, und erklärte ihm, ex sei beim Kaiser angeklagt, in seinen Werke Maadane