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Sulamith · 1825-01-01 · Heft 2 · p. Seite 145

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sulamith
Volume
7 (1825-1833)
Issue
Heft 2
Article
Merkwürdige Schicksale des berühmten Rabbinen R. Lippmann Heller, in den Jahren 1629-1644 von ihm selbst beschrieben
Date
1825-01-01
Page
Seite 145 (sequence 5)
Language
German
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145 Richter hatte dies aber abgelehnt. ׳ Bald darauf fuhr er bei einem Juden, welcher dem Rabbinen gegenüber wohnte, vor, hielt dort über eine Stunde an, bis cs finster war, und trat dann ins Haus des Rabbinen, bei welchem er sich melden liest. Er ward hercingebeten, reichte allen Anwesenden die Hand, war sehr artig, setzte sich zur Linken des Rabbinen, plauderte eine Weile über gleichgültige Gegenstände und erbat sich alsdann eine geheime Unterredung mit R. Lipmann. Dieser hakte bereits aus einem ,Schreiben aus Wien erfahren, daß der Kaiser an seinen Statthalter zu Prag einen Vcrhaftsbcfehl gegen ihn gesandt hatte, und sollte R. Lipmann nach Wien abgeführt werden. In dem inner» Zimmer erwartete Rabbi Lipmann nichts anderes, als diese Schreckensbotschaft. Allein der Herr bat ihn nur, sogleich, mit ihm zu dem reichen Vorsteher der Gemeindc, Jakob Schmülas, mitzufahren. Dies lehnte. Rabbi Lipmann ans Bescheidenheit (eigentlich aber.!aus Furcht) ab, und versprach, zu Fuße nach zu kommen. Der Herr ging aber lieber mit ihm zu Fuße, und ihnen folgten mehrere gute Männer. Im Hause des Vorstehers,sagte der Richter zu diesem, er könne sich nicht überwinden, dem ihm als rechtschaffen bekannten Rabbinen die Schreckensnachricht vvrzubringen, und ersuche daher den Jakob, dies auf die leichteste Weise dem Rabbi Lipmann zu eröffnen. Diese enthielt nichts Geringeres, als den Befehl, den Rabbi Lipmann ohne Verzug in Ketten unter 10 Mann Escvrte nach Wien zu schaffen.

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