Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 7 (1825-1833)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Merkwürdige Schicksale des berühmten Rabbinen R. Lippmann Heller, in den Jahren 1629-1644 von ihm selbst beschrieben
- Date
- 1825-01-01
- Page
- Seite 144 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2304627-2304631-2304633-2311255--07851-2311540- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
144 der Wiener, zog er dennoch feinen früher» Aufeut, haltsort vor, und reiste, vielfach beschenkt und unter allgemeinem Bedauern seines Verlustes, nach Prag, wo man ihm einen glänzenden Einzug bereitet hatte- Wenige Monate darauf ward er als Ober,Rabbiner eingesetzt. Damals bearbeitete er die Fortsetzung des oben unter No- 5. angegebenen Werkes über andere Theile der talmudischen Traktate R. Aschers, und 6) das Werk Malbuschi Jom Tob nach der Ordnung der 4 Turim, des R. Jacob Ben Ascher. Letzteres ist nicht gedruckt. Unterdeß waren aber in der Gemeinde große Streitigkeiten ausgebrochen. Der Krieg hatte bereits 10 Jahre gewüthet. Es herrschte Lheurung in Prag, und alle Gewerbe lagen darnieder. Die Juden hatten ungeheure Steuern zahlen Müssen , und sich genöthigt gesehen , Anleihen zu einem hohen Zinsfüße zu mai chen. Die Regulirung der Rückzahlung dieser An, leihen erregte großen Zwist. R. Lipmann schlug sich ins Mittel, um die Parteien auszugleichen, fand aber kein Gehör, und machte sich dadurch viele zu Feinden. Es war am Montage, den 4ten Thamus 389 (d. i« im Juli 1629), als Abends ein Jude zu Hm hinein trat, um ihm zu melden, daß der Kaiserliche Richter sich erkundigt habe, ob der Rabbiner zü Hause fei, da er ihn in wichtiger Angelegenheit sprechen müsse. Der Berichterstatter hatte ihm geantwortet, es könne wohl sein, indeß würde R. Lipmann, wenn er beföhle, gewiß bei ihm erscheinen. Der