Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 7 (1825-1833)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Vorwort zu einer Übersetzung nützlicher Stellen aus dem Talmud und der ihm gleichgeachteten Schriften
- Date
- 1825-01-01
- Page
- Seite 127 (sequence 8)
- Language
- German
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127 von den dazu bestellten Aufwärtern gereinigt und gesäubert werden, um wie viel mehr müssen also wir Menschen, geschaffen nach dem Ebenbilds Gottes, für die Reinlichkeit sorgen. " Dieser Rabbi sagte auch oft zu seinen Schülern: ״ich gehe, um einen Gast zu bewirthen." ״Wie, lieber Rabbi, hast du denn alle Tage Gäste?" ״Ist denn meine demüthige Seele im Körper," antwortete er, ״nicht als ein Gast anzusehen? heute bewohnt sie ihn und morgen wandcrt sie vielleicht aus." (Midrasch.)*) Der Kaiser Adrianus ging einst auf dem Wege, der nach Liberias führt, und sah einen Greis (jüdischen Glaubens), der in die Erde grub, um Ableger zur Fortpflanzung eines Feigenbaums einzustecken. Der Kaiser sagte zu ihm: ״In der Blüthe deiner Jahre gereichte die Arbeit dir allerdings zum Vortheil; was frommt sie vir aber in deinem Alter?" ״Ich habe in meiner Jugend gearbeitet, will auch im Alter arbeiten, und möge übrigens die Vorsehung nach ihrem Gutdünken verfahren," erwiederte der Greis. ״Wie alt bist du denn, lieber Alter?", fuhr der Kaiser fort. ״Hundert Jahr," erwiederte er. ״Wie, in einem Alter von hundert Jahren pflanzest du noch einen Feigenbaum; glaubst du denn etwa, die Früchte davon zu genießen?" ״Ein Gott gefäl- *) Daß der Rabbi unter Bewirthung der Seele ein unschuldiges, anmuthiges Vergnügen verstanden har, -wird, wie es mir scheint, Niemanden Zweifel ziehen.