Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 7 (1825-1833)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Vorwort zu einer Übersetzung nützlicher Stellen aus dem Talmud und der ihm gleichgeachteten Schriften
- Date
- 1825-01-01
- Page
- Seite 123 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2304627-2304631-2304633-2311247--07815-2311519- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Hätten gelehrte Juden das theuerste Kleinod, die Zeit, einem Wühlen in absurden Schriften, geschrieben von den alten Kirchenvätern, hingegeben, so würden sie einem entdeckten, versieht sich, ausgear- Leten Judenthume auch ein entdecktes Christenthum, welches nicht nur in jeder Hinsicht dem Ersten gliche, sondern sogar in manchem weit überträfe, «entgegen stellen können. Der erste Vorwurf, der dem Lalmudischen Judenthume wegen superfeiner Untersuchung gleichgültiger Gegenstände gemacht wird, trifft auch die scholastische Theologie. Eben so kann man den zweiten, dem Judenthume gemachten Vorwurf, abgeschmackte Mährchen betreffend, auch dem St. Ambrosius und Hieronymus über das Christenthum machen.*) Was den letzten und stärksten Vorwurf wider das sogenannte Judenthum, nämlich seinen Haß gegen Andersdenkende, betrifft, so gicbt die alte Kirchengeschichte von ähnlichem Hasse ja genug Beispiele, wie von. diesen ,vielen Beispielen folgende Erzählung beweiset. Als Theodosius einigen Christen auf eigene Unkosten die Wiederaufbauung einer jüdischen, bei einem Volksauflaufe zerstörten Synagoge anbefahl, machte ihm Ambrosius Vorwürfe darüber, aus dem Grunde, daß cs Christen nicht gezieme, zur Errichtung einer jüdischen Synagoge beizutragen. Schauervott und das Gefühl empörend aber ist die Geschichte der Juden im Mittelalter» Mögen die ■ *) S. Mi-lnee's Kirchmgeschichts, 2icr TH«S> ,