Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 7 (1825-1833)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Vorwort zu einer Übersetzung nützlicher Stellen aus dem Talmud und der ihm gleichgeachteten Schriften
- Date
- 1825-01-01
- Page
- Seite 122 (sequence 3)
- Language
- German
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122 freie, welcher Confession er auch sei, für Wissenswcrth halten kann. > Daß in gedachten Büchern ein Schatz nützlicher Wahrheiten aufbewahrt ist, hat schon Vuxtorf der ältere, ein großer Kenner und zugleich ein außerordentlicher Gegner dieser Bücher, eingesiandcn. *) Wer mit der Geschichte der christlichen Religion und dem gewöhnlichen Charakter der Menschen über- Haupt unbekannt ist, der könnte es auffallend finden, daß, da wir unzählige Schriftsteller aufzuweisen haben, deren Licblingsgcschäft es war, uns bändereiche Werke voller das Judenthum entehrende und dem Leser Ekel׳ erregende Stellen zusammen zu stoppeln, keinen Einzigen besitzen, der den bessern Theil des Judenthums gesammelt, übersetzt und geordnet hat. **) Leider aber ist es den Menschen eigen, lieber eine gedrückte Nation anzuschwärzen, ihre vermeintlichen Fehler zur Schau zu stellen, als das an ihr wahrgenommcne Gute an das Publikum zu, bringen. So ging cs eben den Christen, deren vortreffliche moralische Lehren selbst die Ungläubigen bewundern. Denn als sie unter Dioclctian die heftigste Verfolgung auszustehen hatten, traten zwei Schriftsteller auf,***) welche die Christen verhöhnten. *} S. die Vorrede zu seinem Lexic. Chald,; **) Wir erinnern hier gern an die wichtige Schrift: ״Charakter des Judenthums," von Wolf und Salomon (Leipzig, bei C. Schmidt).— D. H. ***) Von einem weiß die Geschichte den Namen nicht mehr anzugeben; der andere hieß Hierocles, ein Mann von Talent. ׳