Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 7 (1825-1833)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Verhältnisse der Israeliten im Großherzogthum Oldenburg
- Date
- 1825-01-01
- Page
- Seite 111 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Dev Mensch, im Getümmel äußern Drängens und Treibens, im Gedränge und Wirbel der Welt, wird oft vom Höher» abgezogen. Des Lebens Taumeldunst benebelt ihn, er sieht die Wahrheit nicht. Er schlummert in moralischer Trägheit; sein Gewissen schläft; denn die Sinnlichkeit hat es eingewicgt. Er bedarf dev Anregung, der Ermahnung von Außen, bedarf eines Lehrers, der das gläubige Gemüth zu erwecken versteht, damit der Nebel falle und die Sonne der Wahrheit ihm aufgehe; er bedarf, sage ich, eines Wächters, dev ihn vor der Sünde und ihren Folgen ernstlich warnt, damit er nicht dahin sterbe (Ezech. 37, 9.) in seinem Wandel; und ein solcher Lehrer, ein solcher Wächter will ich dir sein, geliebte Gemeinde! Gott, dev Herz und Nieren prüft, weiß, daß von zarter Zugend an alle Saiten meines Herzens die frommen Worte nachtönten: ״gieb mir eine beredende Zunge, deinen Kindern den guten und rechten Weg zu zeigen." Er weiß, daß nicht nach Ruhm, nach irdischem Wohlbehagen mein Herz sich sehnte, nach dem stillen Glücke nur, unter Menschen Prediger Gottes zu sein. Den Wunsch hat der Ewige zum Theil verwirklicht. Ich stehe in eurer Mitte und gelobe ״euch den guten Weg zeigen zu wollen" durch Wort und Lhat. Das Wort Gottes will ich euch verkünden in möglichster Einfachheit und Anspruchlosigkeit. Erwartet keine Abgemessenheit, keinen rednerischen Prunk; denn Wahrheit soll ich euch zeigen, und Wahrheit bedarf der äußern Zierden nicht. Die Wahrheit aus