Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 7 (1825-1833)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Verhältnisse der Israeliten im Großherzogthum Oldenburg
- Date
- 1825-01-01
- Page
- Seite 110 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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welcher die Beter beseelt sei» müssen. Man muß erst ein Heiligthum mitbringen, soll das Gotteshaus heilig werden. Und kennet ihr dieses? Es ist das Herz. ״Bauet mir ein Gotteshaus," sprach der Herr zu Moses, ״auf daß ich in Euch wohne." In euch will er wohnen, in eurem Innern, in eurem Herzen will er sein, da muß ihm ein Hciligthum geweiht werden. ״Wozu ein Tempel mir," spricht der Herr (Zef. Kap. 16, 1. 2.), ״kann ich nicht sehen auf den Der müthigen, auf den, der zerknirschten Herzens ist?" Nein, andächtigen Herzens müßt ihr sein, und wo das Herz dieser Andacht voll ist, da bewegen sich leise nur die Lippen, da steigt das Gebet, wie des Weihrauchs Duft, still zum Himmel auf, da wird ein lautes Schreien gar nicht gehört; wo das Herz andächtig ist, da wird nicht Rücksicht genommen auf Zeit und Muße, um dem Gottesdienste obzuliegen, da drängt und treibt und ruft das Innere״ und nichts hält davon zurück. Dann werdet ihr aber auch erkennen des Gebetes Wohlthat an der Ruhe, die ' sich in eure Brust senkt, an der Erleichterung eures Herzens, an der Befestigung in guten Gesinnungen; erkennen, was es heißt, inbrünstig beten, erkennen, ״daß Großes für euch geschehen." IE. Der Unterricht in den Gesetzen Gottes ist des Seelensorgers zweite wichtige Pflicht/ und sie wird auch die meinige sein.