Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 7 (1825-1833)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Verhältnisse der Israeliten im Großherzogthum Oldenburg
- Date
- 1825-01-01
- Page
- Seite 108 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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108 Liebe, der Ehrfurcht, der. Dankbarkeit gegen, den Mgütigen, . seinen Schöpfer; in diesen beseligenden Augenblicken schweigt oft der Mund, die Seele spricht; schwindet das Irdische; das Himmlische tritt hervor; zieht sich in den Hintergrund die, Erde mit ihren Leiden alle, und näher und näher rückt der. Himmel mit seinen Freuden. Ach, es sind kostbare Augen« blicke! Es ist eine herrliche Stimmung, ganz des edeln Menschen würdig! Und erfreust du dich nicht oft dieser Stimmung, entsteht sie dir nicht von selbst; du kannst sie dir erwecken/ mein Lieber; und wo?, in dem Gotteshaus«!. Denn wo könnte der Mensch wohl von wahrer und achter Andacht mehr erfüllt sein/ als in diesen heiligen Mauer»/ wo Alles dem Ewigen geweiht/ Alles ihm geheiligt/ Alles an ihn erinnert/ wo Alles denkt wie mit einem Geiste/ Alles fühlt wie mit einem Herzen/ Alles spricht wie mir einem Munde/ Alles trägt wie mit einer Schulter? Wo könnte die wahre Richtung des Gcmüthes auf Gott anders, erreicht werden, als in diesen heiligen Räumen, wo Gott uns näher wird, weil die Erde entfernter liegt, weil sie hier ausgeschlossen ist mit ihren Störungen und Zerstreuungen? Wo anders, als hier, wo Alles uns zu dem Ausrufe Jacobs be« rechtigt, ״wie ehrfurchtgcbietend ist die Stätte, keine andere ist sie, als das Gotteshaus." (Genes. 28, 17.) Ja, meine Verehrte! dazu müßte das Gotteshaus uns veranlassen. So war es auch: es ist aber nicht mehr so. Öde, entstellt und trümmerhaft liegt Zions Pracht vor uns. Das Leben.ist aus den Heiligthümern