Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 7 (1825-1833)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Über die moralische Erziehung
- Date
- 1825-01-01
- Page
- Seite 28 (sequence 18)
- Language
- German
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28 Pfleget die Menschenachtung. Zuvörderst die Achtung Eurer Kinder vor Euch selbst. Niemals arte die elterliche Liebe in tändelnde Scherze aus. Ze älter die Kinder, je nachtheiliger das Scherzen und Kosen der Eltern mit ihnen. Ein Anderes ist Zutraulichkeit, Liebe; ein Anderes sind Späße und neckende Scherze. Manche achtbare Eltern verderben es damit sehr. Sie benehmen den Kindern erst die gebührende Ehrfurcht, dann den Gehorsam, und bereiten dadurch sich und ihrem Hause vielen Verdruß. Was einmal vergeben ist/' nicht leicht wird es durch angenommene Strenge wieder errungen. :* *) Gleich wichtig für die sittliche Bildung ist die Menschenachtung überhaupt, gegen Andere. Sie ist das Hauptthema aller Menschenliebe. Alles hängt hier vom Beispiel ab. Darum flößet Euren Kindern Achtung ein gegen die Menschen überhaupt, und gegen die Schule und deren Lehrer insbesondere. Die geringste Geringschätzung, die Ihr äußert gegen Schule und S. 136. heißt es (von einem Familienväter) unter anderm: ״Denn so lange die häusliche.Erziehung nicht gebessert wird, so lange kann es auch, bei allem Streben und Wirken trefflicher Aufseher und Lehrer, mit unserer Schulbildung nicht viel besser werden. Sie wird in moralischer Hinsicht dem'Fasse der Danaiden gleichen, was auch Regierungen und Äonsistorien mit ihren Verfügungen dagegen versuchen mögen." *) ״Scherze nicht mit ihm (dem Kinde), auf daß du nichts mit ihm hernach trauern müssest, und deine Zähne zuletzt kirren müssen." Sir. Kap. 20״ V. 10.