Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 7 (1825-1833)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Über die moralische Erziehung
- Date
- 1825-01-01
- Page
- Seite 24 (sequence 14)
- Language
- German
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24 Vas unverständige, kindische Treibe»׳. Lachen, Werneu , Plaudern, Tollen, Spielen der holden Kleinen. Enthaltet Euch sorgfältig der verpönten Schlagwörter unserer Erziehungstaktik: unartig! ungezogen! Sie machen die Kinder erst irre, dann gleichgültig gegen die Bedeutung derselben. Es heiße lieber, wenn cs heißen muß:unrecht! Beifallsäußcrungen durch freundliche Begegnung schaden nicht; wohl aber aus» gesprochenes Lob, enthusiastische Bewunderung, besonders wenn sie, wie es gewöhnlich geschieht, zcitungsmäßig vor dem häuslichen und besuchenden!Publikum verhandelt werden, über ein altkluges Witzwort, ein naives oder meistens nachgesprochenes Urtheil, welches dem kleinen ÄZesen entschlüpft. Keine elterliche Eitelkeit rächt sich stärker; nichts zerstört mehr die natürliche Einfalt. Auch für Geist und Gefühl siebt es ein Kitzeln, Küssen und Hätscheln, das noch schädlicher wirkt, als dergleichen physische Spielereien auf den Leib. Noch einmal sei es gesagt, meine Theureu! Seid behutsam im Lobe wie im Tadel; verhütet nur stillschweigend. Was die Kleinen nicht üben sollen, das zeiget ihnen nicht, das macht ihnen nicht vor, daß sie's nicht nachmachen mögen. Dis VorliebL, das Bevorrechten eines Kindes gegen die übrigen, bringt noch nachtheiligcre Wirkung hervor. Nichts erdrückt die kindliche Einfalt schneller. — Zu frühes Schulmeistern verdrängt, nicht minder die natürliche Einfalt. Berschen, Sentenzen rc. sind dem noch schwachen Geiste Spielzeuge, und gar bald zum Merdrusse, wie Trommeln und Steckenpferde