Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 7 (1825-1833)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Über die moralische Erziehung
- Date
- 1825-01-01
- Page
- Seite 17 (sequence 7)
- Language
- German
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17 Mutter. So die Eltern das herrlichste Vorbild ihrer Kinder, ohne ihnen zum Beispiel sein zu wollen:-, weil sie nicht erzögen. Und der Sohn, ein bescheidener, keuscher Jüngling, und die Tochter, eine züchtige Jungfrau, würden, wie ihre Eltern, fromm und arbeitsam und redlich, weil sie, nicht sowohl dem beabsichtigten Beispiel, als vielmehr dem hohen Vorbilde nachlebten : — weil sie nicht er-- z o g e n würde n. Gottes-Erziehung gäbe es alsdann nur, mittelst Religion und Natur und Schicksal. — Ob ein solches Lichtreich je uns werden werde? Wir wissen es nicht; wollen's hoffen in gläubig-pädagogischer Demuth. Wir wissen nur gewiß, daß wir noch erziehen müssen auf unserm sublunarischen Rund. Und,da dem nun nicht anders ist, da erzogen werdenmuß, so halten wir dafür, daß. cs nach Grundsätzen geschehen muffe, und zwar nach festen. - Die Familien- Erziehung macht das Wesen, den Charakter der moralischen Erziehung aus, und behauptet in allen Situationen derselben den obersten Rang. Das Beispiel der häuslichen Umgebung, zunächst das der Eltern und älteren Geschwister, wirkt dabei,am mächtigsten ein.*) Die Schulerziehung ist, der häuslichen untergeordnet. Vor allem werde die Individualität der Kinder beobachtet.**) Denn *). Vergl. Lo cki über die Erz. 1. Thl. §, 85. Nie- ■ ' meyers Grundsätze rc> I. THl. ' tzl 66. S. 261 ff.; 3. Thl. tz. 2 und 6. ' ' ' **) Siehe Schwarz Erziehungslehre 1, Thl. IV. Brief S. 43. Auch scheint uns der goldene Spruch (Spr. V11. Iahrg. 2, Band. 2