Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 7 (1825-1833)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Über die moralische Erziehung
- Date
- 1825-01-01
- Page
- Seite 16 (sequence 6)
- Language
- German
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16 von dem Gemisch, und dann wie sanfter Landregen segnend wirkt für die Geschlechter. Der religiösmoralische Impuls, den ein Volk jszuweilen auf einzelne Momente der häuslichen und Schulerziehung ausübt, ist der Sieg des freier gewordenen sittlichen Willens über jene feindlichen Widcrstrebungcn, die man Zeitgeist zu nennen pflegt. Wohl uns und unfern Aachkommen, wenn dergleichen Siege sich Mehren, daß wir Herr werden jener feindlichen Dämone. Aber Stillstand und Rückschritte wird es immer geben, und wäre es auch nur, um die höhere sittliche Thätigkeit zu spornen und zu kräftigen. Das Licht bedarf der Schattenseiten, damit es durch deren Begrenzung sich hebe und Heller leuchte. — Wo Menschen,sind, sind Thorheiten, Irrungen und Schwächen. Die Erziehung ist-nicht frei davon und wird es nicht, sein. Es - kommt hauptsächlich darauf an, wo deren am wenigsten sind, Und ob und wie bald -man zur freiern Ansicht gelangt ist, und zum reinen Willen, es besser zu gestalten. Wollten wir demnach einen Wohlfahrtszustand für die Gesellschaft idealisiren, so würde es der sein^ wo man gar nicht mehr-erzieht: wo Gottesfurcht, Fleiß, Menschenachtung, Wahrheit und Recht -nicht mehr prciswürdige Tugenden wären, sondern Gewohnheit des Lebens. Die Helle Gegenwart zeigte die sittlichen Motive für die Zukunft, ohne lohnende Erwartung zu verkünden. Der Familien- Vater wäre der Priester seines Hauses, die Stütze der Gemeine, die Freude des Vaterlandes; ihres Hauses Zierde, ein Spiegel der Sittsamkeit, die /