Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 7 (1825-1833)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Über die moralische Erziehung
- Date
- 1825-01-01
- Page
- Seite 14 (sequence 4)
- Language
- German
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14 Bevor wir bei der nähern Erörterung über diese Frage verweilen, gehen wir, mit Rücksicht auf die Beantwortung derselben, von folgenden Behauptungen aus: 1) Die Volkserziehung im weitern Sinne, selbst wieder durch das sittliche Fortschreiten der Generation bedingt, ist es, welcher alle Stadt-, Haus- und Schulerziehung untergeordnet ist mit ihrer Theorie, ihren Regeln, Grundsätzen und Folgen. 2) So gewiß das Sittengesetz das Hauptprincip aller Erziehung ist und sein soll, so gewiß hängen auch alle Grundsätze und Resultate — alles Gelingen oder Mißlingen in derselben — von der Befolgung oder Nichtbefolgung des Sittengesctzes im Ganzen ab. 3) Wie die Beantwortung jener Fragen immerhin ausfallen, welche Ursachen der moralischen Rückgänge als die rechtest angegeben werden können und mögen: niemals werden wir doch die zarten, unschuldigen Kinder — ,,die Rechts von Links zu unterscheiden noch nicht wissen"*) — als Gegenstand der Zurechnung aufstellen dürfen; sondern immer wird die Schuld dem denkenden, nach höherer Willensfreiheit handelnden Menschen anheimfallen, mithin zunächst der mittel- oder unmittelbaren Einwirkung, und dem Beispiele der Eltern und anderer, auf die Kinder Einfluß übenden, Personen zuerkannt werden müssen. - 4) Bei weitem das Meiste in der moralischen Erziehung des innern werdenden Menschen, hängt *) Buch Jonas Kap. 4. D. 11.