Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 7 (1825-1833)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Über die moralische Erziehung
- Date
- 1825-01-01
- Page
- Seite 13 (sequence 3)
- Language
- German
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Über diesen obern Wahrheitssatz dürften sich wohl keine Zweifel noch Widersprüche erheben; wohl aber über die Unter - und Fragesätze: über das Wie? nämlich über die Beschaffenheit, die Anwendung, dis Forderungen, die Halt - oder Unhaltbarkeit der Mittel jenes.vielbcdeutenden Wortes: Erziehung; über Möge lichkeit, Hindernisse und deren Wegräumung ibei derselben, u. dergl. m. Was istErziehung? Wir antworten: harmonische Entwickelung der Anlagen und Kräfte des Menschen, und zwar <0 der moralischen, d. h. Erkenntniß und Ausübung des Sittengcsetzes, aus Lieche zu Gott; und by der intellektuellen, d. h. Unterricht, zur Ehre Gottes.*) Nun ertönen uns aber von allen Seiten die Fragen entgegen: Warum so wenig Wirkung bei so vielen Mitteln? Warum so viel Unsittlichkeit bei so viel sittlichem Aufwands von pädagogischen Worten, Gesinnungen und Handlungen? Woher die geringen, oder vielmehr die traurigen Resultate in unserm pädagogischen Jahrhundert? Woher die vielen mos ralischen Krankheiten, bei dem allgemeinen Gebrauch jenes Universalmittels im Hause und in der Schule?*^) *) Vergl. Levana 1. Thl. 'S. 6>. .**) Beherzigenswerthe Ideen über diesen Gegenstand sind ausgesprochen in d.Attgem. Schulz, v. 1. 1827. No. 33. S. 246. und No. 67. S. 532 ff.; ferner in der ge-, haltvollen Schrift: Das Leben und die Schule rc. von CH. G. Rebs. Leipzig 1827.