Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 7 (1825-1833)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Zwei Berichte über den Verein zur Beförderung von Handwerkern unter den Juden
- Date
- 1825-01-01
- Page
- Seite 383 (sequence 23)
- Language
- German
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Aber wir waren ein lang unterdrücktes, in dumpfen Kerkern lebendes Volk, das Licht, das in unsere Nacht bricht, hat uns geblendet, wir tappen herum und lernen erst nach und nach seinen Gebrauch. Aber wir fühlen seine Wohlthat und wollen ihm folgen; aber wir bedürfen noch des Führers; wir bedürfen der Milde, der Nachsicht mit unserm Streben und Wirken. Besserung will Zeit bei einem Einzelnen, wie vielmehr bei einer Masse widerstrebender Gewalten, bei einem ganzen Volke. Daher glauben wir, hoffen zu dürfen, daß unsere Bestrebungen im Einzelnen sowohl, als im Ganzen, wie gering sie auch sein mögen, der Aufmunterung nicht unwürdig sind, und daß die, die so scharf/das sehen, was uns noch fehlt, und was an uns zu tadeln, auch gleich scharfen Blick habey möchten für das Gute, was wir beginnen und mit redlichem Willen zu leisten streben. Darum haben wir geglaubt, man zeihe uns nicht der Anmaßung, daß bei Vorschlägen zur bürgerlichen und sittlichen Verbesserung der Juden, auch die Existenz zweier Vereine, deren Dasein kein verborgenes, deren Wollen gewiß ein löbliches, deren Wirken kein'unerfreuliches, wohl als Zeichen eines bessern Strebens einer Erwähnung und Beachtung verdient hätten. ' Wir fühlen es ja, daß wir zum Fordern nicht berechtigt sind, wir bitten, daß unser Wollen überall Nachsicht, unserm Anstreben zum Bessern Aufmunterung und Beförderung zu Theil werden möge. Aber» meine Freunde und Glaubensgenossen, je weniger Ansprüche wir zu machen uns berechtigt fühlen/