Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 7 (1825-1833)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Zwei Berichte über den Verein zur Beförderung von Handwerkern unter den Juden
- Date
- 1825-01-01
- Page
- Seite 365 (sequence 5)
- Language
- German
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385 ein erfreuliches Beispiel. Alle Knabe!! , die sich gemeldet, jchreibcn eine gute Hand und drücken sich ziemlich richtig in deutscher Sprache aus, so daß wir aus dieser Ursache, keinen zurückzuweiscn uns genöthitzt gesehen hatten. Die meisten dieser jungen Leute aber sind auf dem Lande geboren und haben mangelhaften Unterricht genossen. Wie gering dies auch sei, es ist doch ein Anfang, und ein guter. Aber, meine Herren, wir haben immer nur den Mangel wissenschaftlicher! Bildung Hei unserer Nation ins Auge gefaßt und Hie Abhülfe desselben .hat unseren eifrigen Bestrebungen eine einseitige Richtung gegeben. Wir haben dabei vergessen, daß. es außer der Wissenschüft noch etwas gebe , das älter ist, als sie selbst, etwas, das ein noch größeres Bedürfm'ß der Menschen ist, als sie, etwas, das noch geeigneter ist, die bürgerlichen Bande fester zu knüpfen, nämlich die Kunst, in jenem umfassenden Sinn,- wo sie alle menschlichen Fertigkeiten, also auch alle Handwerke, unter sich begreift.׳ Zu lange haden wir uns diesen letzteren entzogen, und es ist dies auch wiederum das Verdienst , der neuern. Zeit, die uns hier auf die rechte Bahn zu leiten anfängt. ׳ Fragen wir uns aber, warum der Jude diesen so nahe gelegenen Erwsrbszweig vermieden habe, so finden wir namentlich folgende Ursachen: - a) Der Mangel an Bürgerlichkeit, dev Druck,! unter dem der Jude überhaupt früher lebte, die damit - verbundene Unduldsamkeit, Neckereien rcv; d) die zunftmäßige Verfassung der einzelnen Gilben, Mangel an Meistern; c) Verschiedenheit der Religion, verschiedene Ruh-, und Feiertage, verbotene Kost;