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Sulamith · 1825-01-01 · Heft 1 · p. Seite 323

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sulamith
Volume
7 (1825-1833)
Issue
Heft 1
Article
Öffentliche Konfirmation an der Lehr- und Erziehungs-Anstalt des Dr. Weil in Frankfurt am Main
Date
1825-01-01
Page
Seite 323 (sequence 8)
Language
German
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Mißverständnisse vorgebeugt zu haben, welches aus derselben entstehen könnte. Eine andere Klippe nämlich/ welche, das Segensreiche-der Erziehung sowohl, als des׳ Unterrichts unserer Kinder oft völlig zerstört oder wenigstens verhindert, Wurzel zu fassen , ist jenes unglückliche Altklug sein, das so thörichter Weise oft in ihnen genährt wird, in alberner, oft eigennütziger Ungeduld, den Knaben zum bartlosen Manne hinaufzuschrauden sucht, um nur recht bald da Früchte zu genießen, wo nach dem Laufe der Natur nur Blüthen sich zeigen können, und sollen;׳ jene alberne Ungeduld, welche Treibe haussrüchte erzwingen will, die übfallen, wie sie entstehen, vor der Zeit, und den Knaben schon stürzend in die Zrrgänge des Lebens, ihm die Lhorheiten und Verirrungen der Erwachsenen schon einimpft, wenn er noch keinen Sinn hat für ihre Ansichten und Tugenden, die seinen Unterricht anfangen will, wenn kaum das Thier in ihm sich zu entwickeln beginnt, und beschließ e n, wenn er erst anfängt, dessen fähig ,zu werden, und es als das Ideal seiner Erziehung betrachtet, den Knaben zum Jüngling, diesen zum frühzeitigen Manne und den zum Greise zu machen, wenn die Natur ihn kaum in die Mitte seiner Jahre gestellt. Wohl hat dieser unglückliche Gedanke auch unter vielen von Euch, meine Kinder," schon mehr als er sollte,׳ Wurzel gefaßt, und während wir mit Freuden manchen Keim des Guten in Euch sich entwickeln sehen, sehen-wir an Vielen nicht ohne Betrübniß jenen thörichten Dünkel, der Euch, noch unmündig, schon so sehr hinneigt zum Leben und Weben der Erwachsenen-, das Kindliche in Euch-— das Liebsns- 23*

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