Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 7 (1825-1833)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Öffentliche Konfirmation an der Lehr- und Erziehungs-Anstalt des Dr. Weil in Frankfurt am Main
- Date
- 1825-01-01
- Page
- Seite 322 (sequence 7)
- Language
- German
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nur zu wenig von dem, was ihr Inneres mächtig anregte, lebhaft vor ihr kindliches Gemüth stellte den Vater aller Wesen, nicht auf ihren Verstand nur, oder auf die äußere That, sondern auch tief einwirkte auf ihr-Herz, das, ach oft so brach liegt, sie fern von Fanatismus, wie von Unglauben, in jener wahren beseligenden Überzeugung erhielte, welche dem Leben erst seinen Werth gievt, und ohne welche der Mensch das unglücklichste und verlassenste, oder das selbstsüchtigste und verächtlichste Geschöpf ist, und selbst das Verhältnis! der Eltern zu den Kindern seiner edelsten Grundlage, seiner tiefsten Wurzel entbehrt. Wir, die Lehrer der Jugend, können diesem tiefer liegenden Übel freilich nicht ganz abhclfen, aber wir׳ sollen und wollen dagegen Hun, was wir vermögen, und wozu Gott uns die Kraft verliehen. Dazu mag denn auch das-gehören, daß wir an die Pforte des aufdämmernden Lebens in den ersten Akt der sich der Unmündigkeit entringenden Kindheit, den Jubelruf stellen des sich feines Gottes mehr bewußt werdenden Menschen, und den zarten Knaben, welche als Söhne des Gesetzes schon einigermaßen verantwortüch werden, für ihre guten, wie für ihre bösen Handlungen zurufen mit dem heiligen Buche: ״siehe, vor dir liegt Leben und Tod, Tugend und Laster, Glück und Unglück; wähle das Leben, damit es dir und den Deinigey wahrhaft wohl ergehe." Ich nannte die Handlung, welche wir mit den nunmehrigen Söhnen des Gesetzes vorzunehmen gedenken, die erste an der Pforte des aufdämmernden sittlichen Lebens, und so hoffe ich auch dem zweiten