Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 7 (1825-1833)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Über den Einfluß der Sprache auf's Denken und die Methode des Unterrichts in der Muttersprache
- Date
- 1825-01-01
- Page
- Seite 259 (sequence 28)
- Language
- German
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Aeithinleuchtenden Blitz und den gewaltigen Dormer-c schlag empfunden hat. Er muß indessen seine Aufgabe einliefcrn; was thut er demnach? Statt der ihm mangclnden Idee häuft er abgedroschene Gemeinplätze, knüpft memorirte Phrasen und nichtssagende Redensarten lose an einander, und gewöhnt sich, viel zu re« den ohne etwas zu sagen, und sich eine breite, erborgte Geschwätzigkeit anzueignen, eine, der achten Bildung wenig frommende Fertigkeit. Richtiges Denken und bestimmtes Wissen, dahin muß unser Streben beim Unterrichte unabläßig gerichtet sein; dem klar Gedachten hat sich der passende Ausdruck schon gesellt. Nach der oben aufgestellten Methode des Sprach-- Unterrichts ist derselbe eine beständige llcbung des Denkens und Darstellcns. Damit können Uebungen im Niederschrciben erzählter Geschichten, unter Anleitung ,des Lehrers gemachter mündlichen Beschreibungen gegenwärtiger oder bekannter Gegenstände, des Inhalts .einer poetischen Fabel oder Erzählung, verbunden werden. Ist dann der Unterricht im Allgemeinen methodisch, dringt der Lehrer überall auf Gründlichkeit des .Wissens und Bestimmtheit des Ausdrucks; so wird der Schüler die erste Wisse der guten Darstellung, grammatische und logische Richtigkeit, unfehlbar bald erreichen. Mit weit größern Schwierigkeiten verbunden ist die zweite Stufe, die eigentliche Bildung des Styls, die Kunst, die Frucht des Denkens und Wissens mit Gewandtheit und Wohlgefälligkeit darzustellen; sie erfordert eine lange Ucbung, und kann nur die Nachahmung guter Muster und Eindringen in den Geist