Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 7 (1825-1833)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Über den Einfluß der Sprache auf's Denken und die Methode des Unterrichts in der Muttersprache
- Date
- 1825-01-01
- Page
- Seite 258 (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2304627-2304631-2304632-2310601--07415-2311003- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
*יי*-**י,*“ \ §5'2 im Denken titib die Nachläßigkeit in der Darstellung; Li e ser über die vergebliche Mühe, die sie angewendet, und den Mangel an Gedanken über das aufgegebene Thema? , Wer hat es nicht mit Bedauern ersahren, wie lange, es dauert, bis bei der Mehrheit der Schüler ein erklecklicher Erfolg sichtbar wird? Darüber dürfen wir uns aber nicht wundern, da man dem Schüler eine seine Kräfte übersteigende Leistung znmuthet. Er soll nicht etwa, wie bei wissenschaftlichen Aufgaben, aus dem Gegebenen das Unbekannte durch Anwendung gewisser Regeln folgern, oder zu ihm bekannten Gedanken die Einkleidung finden, sondern beides, Ideen und Ausdruck, aus sich schöpfen; ein für die meisten Schüler unauflösliches Problem. Es giebt Dinge, die man durchaus gefühlt oder erfahren haben muß, um sie zum Gegenstände einer fruchtbaren Meditation zu machen. Dahin gehören die Geistes - und Herzenseigenschaften, wie sie sich äußern und wirken, ,die Empfindungen, welche Naturscenen im Gemüthe 'erregen, und überhaupt alle sittliche Wahrheiten; wieder andere können ohne gewisse Vorkenntnisse nicht richtig aufgefaßt werden. Wie soll demnach der unerfahrne, noch ganz den Eindrücken der Außenwelt und dem Lebensgenüsse passiv hingegebene Knabe über Themata aus der Sittenlehre, der Psychologie, der praktischen Lcbensphilosophie, die ihm ganz fremd sind und noch nie sein Interesse und seine Aufmerksamkeit in Anspruch genommen haben, Amplificationen machen, oder seine Empfindungen bei einem Gewitter schildern, wo er höchstens Freude und Verwunderung über den