Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 7 (1825-1833)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Über den Einfluß der Sprache auf's Denken und die Methode des Unterrichts in der Muttersprache
- Date
- 1825-01-01
- Page
- Seite 251 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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25* Jahre tit die Schule tritt, bringt die Bekanntschaft mit seiner Muttersprache der Materie und Form nach, und eben daher eine große Summe von Begriffen mit. Es ist daher ein höchst nachtheiliger, die Geisteslbät-gseit erschlaffender Mißgriff,׳ wenn man, nach manchen neuern Anleitungen zu Sprach - und Verstandesübungen, das Kind so behandelt, als besäße es von seiner Muttersprache nichts, als ein Ägregat einzelner Denennungen ohne alle Ucbung in deren Verbindung, und mit trivialen, in tobten Mechanismus ausartenden Uebungen in den gewöhnlichsten, dem Kinde geläufigen Formen Zeit und Kräfte vergeudet, oder von der, allerdings richtigen Ansicht ausgeht, daß man mit der Bildung der Begriffe und daher mit Denkübungen beginnen müsse, sich aber das Kind ganz leer an Begriffen, eine Tabula rasa, bettfc, und ihm in breiten Catechisationcn lehrt, daß der Hungrige essest', der Dur-' sii'ge trinken müsse , der Mensch auf zwei Beinen gehe tt. dergl., während doch das sechsjährige Kind bereits eine so große Masse von Begriffest erworben hat, daß sie sich im Laufe seiner ganzen Lebenszeit vielleicht nicht verdoppeln. Emen fast eben so großen Fehler begehen diejenigen, welche den Stoff zu den ersten Dcnkübungen aus der Sphäre der sittlichen Ideen nehmen, jene dunkeln Gefühle und Ahnungen, die in der Tiefe des Gemüthes ruhen und erst mit der reifenden Erkenntniß zur Klarheit aufdämmcrn können, aus ihrem mütterlichen Boden, wo sie kaum mit zarten Fasern sich befestigt, in die äußere Welt der Erscheinungen Hervorzichen und zum Gegenstände langwieriger Unter-!8 *