Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 7 (1825-1833)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Über den Einfluß der Sprache auf's Denken und die Methode des Unterrichts in der Muttersprache
- Date
- 1825-01-01
- Page
- Seite 245 (sequence 14)
- Language
- German
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/ 245 ־״'"־״' Empfindungswelse, der fcinern oder gröbern Organ!- sation der Völker. Sy sind viele Wörter dem gebildeten Geiste der Ausdruck sehr zusammengesetzter Begriffe, während sie dem gewöhnlichen Menschen nur einfache Begriffe andeuten, so wie sie in der ersten Bildungsepoche der Sprache offenbar eine weit einfächere Bedeutung hatten. Wenn die Verschiedenheit unter den Sprachen besonders in Ansehung der höhern Abstrakt ionen, merklich ist, so ist selbst eine und dieselbe sinnliche Wahrnehmung für den mit vollkommnern Und empfänglichem Organen begabten Menschen vielbefassender und zusammengesetzter, als für den minder vollkommen organisirten;reichhaltiger für den im Gebrauche seiner geistigen Kräfte geübten, als für den nnkultivirten Verstand. Was aber schon bei den sinnlichen Vorstellungen Statt findet, in tvelchem höhern Grade muß es bei den abstraktem Ideen der Fall sein. Nur wenige Menschen sind im Stande, sie richtig zu fassen, sie in ihre Elemente aufzulösen und wieder zu verbinden. Daher jene unzähligen Wortstreitigkeiten , . weil man den eigentlichen Werth der Wörter nicht kennt. Die conventionellen Zeichen sind es also, denen der Mensch seine Ideen verdankt. Ohne dieselben wäre er immer, vermöge seiner vollkommnern und entschieden zur Geselligkeit bestimmten Organisation, das verständigste aller Erdengeschöpfe gewesen; aber in den Abstraktionen würde er auf einer niedrigen Stufe stehen geblieben fein. Das Sprachvermögen ist daher