Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 7 (1825-1833)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Über den Einfluß der Sprache auf's Denken und die Methode des Unterrichts in der Muttersprache
- Date
- 1825-01-01
- Page
- Seite 244 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 99% known words query
- IRI
…/2304627-2304631-2304632-2310601--07401-2310989- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
244 Wenn nämlich jene aus der Vereinigung ähnlicher Wahrnehmungen entstanden sind,- und der Name der einzelnen auf die Gattung überging, so sind diese aus der Vereinigung Vers ch ie d e n c r Ideen, deren jede ihr besonderes Zeichen hat, hervorgegangen. Kein "Bedürfniß trieb demnach zur Erfindung des neuen Namens, der entweder mit dem sich bildenden Begriffe, oder, wie in den meisten Fällen, erst nachher entstand/ Das Letztere ist in den Künsten und Wissenschaften der Fall, wo die Erfahrung es täglich bestätigt. Wenn hier Combinationen der Thatsachen oder Ideen zu einem neuen Resultate führen, so benutzt man entweder einen schon vorhandenen Ausdruck und legt ihm eine neue Bedeutung unter, oder erfindet einen neuen, oft aus einer fremden Sprache entlehnten. Uebereinstimmender jedoch mit der Erzeugung der ersten Ideen bildeten sich jene zusammengesetzten, die nicht sowohl ein Ergeb-- niß wissenschaftlicher Spekulationen, als Wirkungen der Außenwelt und unserer innern Natur sind; so sind viele einfache Begriffe allmählich zu zusammengesetzten geworden, indem ihre Zeichen durch die Aufnahme neuer Ideen ihre Bedeutung erweiterten, wie sich bei sehr ׳ vielen Ausdrücken Nachweisen läßt. Auf welchem Wege man nun auch zn denselben gekommen sein möge, immer beruhen sie auf dem Gebrauche der Zeichen. Wenn die Sprachen in Hinsicht der ersten Ideen sich fast gleichen, so weichen sie in Rücksicht der zusammengesetzten Begriffe unendlich von einander ab, und find an Zahl, Umfang, Tiefe derselben sehr verschieden, je nach den Fortschritten der Kultur, der Denk - und 8