Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 7 (1825-1833)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Über den Einfluß der Sprache auf's Denken und die Methode des Unterrichts in der Muttersprache
- Date
- 1825-01-01
- Page
- Seite 243 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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welk der Abstraktionen verloren, die Gegenstände selbst a>;s dem Gesichte verliert. In einer Welt von leichthinschwebcnden geistigen Bildern, die durch ihre sich durchkreuzenden Fäden vom Gedächtnisse jederzeit hervorgerufen!Verven, und tausend Gestalten, nach der jedesmaligen Stimmung, annehmen, gewöhnen wir uns, die ursprünglichen Beziehungen vergessend, an gewisse Denkformen; unsere Ideen sind bald, aus Mangel an Erfahrung, unvollständig; bald, aus Mangel an Reflexicn, unzusammenhängend, und bald, in Folge eines schlechten Unterrichts , falsch. Die Ideen führen den menschlichen Verstand auf ein unendliches, klippcnvolles Meer, wo er oft, die Küste aus den Augen verlierend,. ohne Kompaß und leitende Gestirne , auf der unendlichen Wasserwüste bahnlos hcrumirrt. Wir haben bemerkt, daß die menschliche Erkenntniß nicht bei den Wahrnehmungen stehen bleibt; eben so wenig bleibt sie bei den ersten Ideen sichen. Denn so wie sie mit den Zeichen und Abstraktionen vertraut wird, erhebt sie sich unmerklich zu immer abstraktern und allgemeinern Begriffen. Auf demselben Wege wie aus einer Sammlung gleichartiger Wahrnehmungen die ersten Ideen entstehen, bilden sich aus Sammlungen von diesen immer höhere, und diese Stufenlciter der Begriffe kann nur vermittelst der Zeichen oder Wörter errichtet werden, an welche die Sprossen befestigt sind. Jedoch dürfen wir einen wesentlichen Unterschied zwischen der Bildung der ersten oder einfachen , und der zusammengesetzten Ideen, nicht nnbe- Merkt lassen.