Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 7 (1825-1833)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Über den Einfluß der Sprache auf's Denken und die Methode des Unterrichts in der Muttersprache
- Date
- 1825-01-01
- Page
- Seite 242 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2304627-2304631-2304632-2310601--07399-2310987- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
sich von der physischen Welt gänzlich losjnreißekl scheinen.;.׳ .■■־ : Eine der wunderbarsten Wirkungen der Zeichen ist die Gewalt, die sie dem Denkvermögen über sein eignes Verfahren geben. Der von der Wirklichkeit und den äußern Ursachen so oft getrennte Geist lernte seine Thätigkeit auf willkührlich gewählte Objekte richten, gelangte zur Herrschaft über sich selbst; die Gewöhnheit des Abstrahirens setzte ihn in Stand, sich gleichsam von sich selbst zu trennen, das Spiel und die Wirkungen seiner eignen Triebwerke zu beobachten, zum Bewußtsein seiner selbst, seiner Gefühle, Gedanken und Begierde zu gelangen , und sein Wesen auf eine wunderbare Weise gleichsam in ein doppeltes zu zerspaltem Wenn aber der Gebrauch der Zeichen den menfchlichen Verstand zu einer solchen Höhe emporhebt, so müffen wir ihrem Einfluß auch viele jener Verirrungen, Ausschweifungen und Krankheiten zuschrcihcn, denen derselbe unterworfen ist. So wie der Mensch, von den Zeichen geleitet, aus dem Kreise der sinnlichen Wahrnehmungen, den wirklichen, organischen Verhältnissen seines Wesens, in das Gebiet der Ideen tritt, geräth er in die Sphäre der Täuschungen. Die Zeichen, diese erdichteten, dem Geiste immer zu Gebote stehenden Bilder, entfernen ihn immer weiter von der Wirklichkeit, sobald er seine Vernunft nicht gegen die vcrführerischen Zauber der Einbildungskraft bewacht. Und wie sehr muß diese an Macht gewinnen, je mehr der Mensch, durch die Zeichen immerwahrend in die Ideen»