Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 7 (1825-1833)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Über den Einfluß der Sprache auf's Denken und die Methode des Unterrichts in der Muttersprache
- Date
- 1825-01-01
- Page
- Seite 238 (sequence 7)
- Language
- German
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sten Eindrücke werden eben so wenig von dem sie em-> pfangenden Organe, als von der sic erregenden Ursache - unterschieden. Aber die Wiederholung derselben Eindrücke ans die, sich immer stärkenden Organe, lenkt die Aufmerksamkeit des fühlenden Geschöpfes-auf deren Ursachen hin, und mit dieser Aufmerksamkeit beginnt die geistige Kraft in Thäti'gkeit zu treten. Da diese Erscheinung sehr frühzeitig eintritt, so hat das Kind allerdings Vorstellungen, ehe es zu sprechen anfangt. Es liegt aber in der menschlichen Organisation, seine Empfindungen und Wahrnehmungen mit analogen Tönen zu begleiten und diese festzuhalten; sie sind anfangs zwar ein freiwilliges, jedoch fast instinktartiges Erzeugniß der Sprachwerkzeuge, vermehren sich aber bald mit wunderbarer Schnelligkeit durch den macht!« gen Trieb der Nachahmung und die Gewalt der Be» dürfniffe, so daß ein Kind in einem Zeitraum von wcnigen Jahren mehr Kenntnisse erlangt, als das ganze, sich selbst überlassene Menschengeschlecht in Jahrhun« derten erwerben konnte. Jedes Wort ist dem Kinde zuerst nur das Zeichen einer Wahrnehmung, ein Eigenname; denn die Kinder haben im frühesten Alter gewiß nur individuelle Begriffe. Erst nach und nach, wenn sie den Namen auf mehrere ähnliche Wahrnehmungen anwenden, bekommt er eine größere Ausdehnung, verallgemeinert sich und wird das Zeichen einer Sammlung ähnlicher Wahrnehmungen. Dann tritt er aus der Klaffe der Eigennamen heraus und gehört einer Gattung an; denn er׳ bezeichnet; ohne Rücksicht auf die Besonderheiten jedes