Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 7 (1825-1833)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Über den Einfluß der Sprache auf's Denken und die Methode des Unterrichts in der Muttersprache
- Date
- 1825-01-01
- Page
- Seite 237 (sequence 6)
- Language
- German
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— . m fit sich an Töne knüpfen, ihre Natur nicht; diese aber verlieren dadurch alles Besondere und behalten nur ihre allgemeinen Eigenschaften, aus welchen der ab-- sirabirende Verstand ein geistiges Bild schafft, dem kein Typus in der Natur entspricht. Denn die Wörter Pferd, roth bezeichnen kein gewisses Pferd, kein bestimmtes Roth, keine individuelle Wahrnehmung, sondern alle von derselben Art. Dieses ist die zweite Stufe ber Abstraktion, welche zu neuen Abstraktionen führend , jene Ideen erzeuget , die mit den ersten Er. zcugnissen der Sensibilität gar keine Verbindung zu haben scheinen. Jene erste individuelle Abstraktion findet sich mehr oder weniger bei den meisten Thieren; die zweite, collective aber nur bei den Menschen. Auf welche Weise aber erfolgt dieser Uebergang der Wahrnehmungen in Begriffe? Die ersten Lebcnsthätigkeiten gehören ganz dem Instinkte an. Unbewußt macht der Körper unwillkührliche Bewegungen, die äußern Organe sowohl, wie die Innern Eingeweide; aber der Verstand hat keinen Anchcil daran; er ist im eigentlichen Sinne des Wortes noch nicht vorhanden, wenn gleich der Keim desselben Mit dem Eintritt in's Leben erwacht. Es sind nothwcndige Wirkungen angebörner Triebe, deren Zweck das Individuum eben so wenig, als sich selbst kennt. Die ersten Eindrücke, welche die schwachen Organe dem Geiste überliefern,' bringen in denselben eine Erschütterung hervor, aus welcher aber, außer der allgemeinen Empfindung von Schmer; und Freude, nicht einmal ein bestimmtes Gefühl entspringt, und diese er-