Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 7 (1825-1833)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Über den Einfluß der Sprache auf's Denken und die Methode des Unterrichts in der Muttersprache
- Date
- 1825-01-01
- Page
- Seite 234 (sequence 3)
- Language
- German
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״-•״<־׳—־ .34* bleibt, die durch den Verstand vollbracht werden. So ist das Gefühl aller thierischen Bedürfnisse instinktartig, wie das Gefühl des Hungers, des Durstes, der Lust zu gewissen Speisen, der Abneigung gegen andere, der Sympathie und der Antipathie. Alle diese Gefühle haden ihren Grund, in Organen , deren Thatigkeit nicht durch äußere Reize erregt zu werden braucht. Der Verstand odek die Intelligenz beginnt mit der Thatigkeit der fünf Sinne. Diese wird durch die Berührung mit der Außenwelt erregt, wodurch jene Wirkungen entstehen, die wir die äußern Sinneseindrücke nennen und ohne welche nur ein pflanzenartigcs Leben denkbar ist. ׳. Die Organe des Instinktes und des Verstandes stehen in gegenseitiger Wechselwirkung aufeinander, so daß ein in jenen entstandenes Gefühl, auf diese wirkt, so wie umgekehrt ein äußerer Sinnenreiz instinktartige Gefühle und Bewegungen hervorruft. Diese Wechsel- Wirkung steht in steter Beziehung zu der besonderen Organisation jeder Thiergattung, dergestalt, daß die Herrschaft des einen sich um desto weiter erstreckt, je beschränker die des andern ist. Der Mensch ist, vermöge seiner Organisation, mit Instinkt und Verstand begabt; aber die fast unbegrenzte Entwickelungsfähigkeit des Letzten schrankt die Vcrrichtungen des Ersten in verhaltnißmaßig enge Grenzen ein. So sehen wir denn bei dem Menschen zwei Klaffen verschiedener Erscheinungen: die von der Willkühr des Verstandes abhängenden Thätigkeiten und die der unwillkührlichen, sinnlichen Triebe.