Mannheim
Compact Memory

Sulamith · 1825-01-01 · Heft 1 · p. Seite 184

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sulamith
Volume
7 (1825-1833)
Issue
Heft 1
Article
Literatur [Rezension]
Date
1825-01-01
Page
Seite 184 (sequence 7)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2304627-2304631-2304632-2310594--07328-2310929
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

.184 Gesetz *), einem frühreifen Jünglinge eine Sklavin beizulegen. Der Gesetzgeber ging aus Herablassung! wie Michaelis richtig bemerkt, **) mit dieser Vergünstigung den vorzeitigen Bedürfnissen der unenthaltsamen Zugend eines heißen Himmels entgegen. Ein solches Gesetz war' aber ganz ungriechisch; der Geschichtschreiber verwandelt es also in ein gerade entgegengesetztes: Freie, läßt er seinen Moses sagen, dürfen keine Sklavinnen heirathen; und der Grund den. er diesem Gesetze unterschiebt, .ist vollends dem Geiste der mosaischen Gesetzgebung, 'die auf die Schwachheit ihres Volkes und die Natur ihres Landes so viel Rücksicht nimmt, völlig fremd: denn —sagt er, — seine Begierden zu beherrschen, ist edel, und der Würde des Menschen angemessen." Die herbe Kritik glaubte, daß Gracomanie des Geschichtschreibers das mosaische Gesetz, wie es in der Urschrift wirklich ist, in das Gegentheil umgestaltet habe, und hat ganz vergessen, daß Zosephus sich zur Sekte der Pharisäer bekennt, und in ihrem Geiste Liese Stelle niederschrieb, die eigentlich so lautet: Freie sollen***) Sklavinnen nicht heirathen, wenn sie auch in heißester Liebe für sie brennen, denn es ist anständig, und erhöhet die Würde des Menschen, den Begierden zu widerstehen. Es ist eine fälschliche Meinung, welche glaubt, daß diese Stelle ein Anspiel auf das Gesetz sei, welches be- *)32. Mos. 21. 9. ix. **) Mos. Recht. Th. 2. §. 87. ***) Nicht dürfen!

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.