Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 7 (1825-1833)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Über die Bestimmung der öffentlichen Schule
- Date
- 1825-01-01
- Page
- Seite 162 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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162 nicht besser im Stande sein, das Löbliche und Geziemende zu erkennen undsich anzueignen, das Entgegengesetzte aber zu vermeiden? Wird er -nicht -vor mancher Abweichung von der Linie des Guten, worauf der Geistesleere so oft aus Mangel an innerm Leben geräth, bewahrt bleiben? Wird das in ihm, an den edelsten Gegenständen des menschlichen Wissens rege Interesse ihn nicht über das G e m e i n e, dieses erste Merkmal einer schlechten Erziehung, emporheben? :: Die Schule erzieht aber nicht nur vermittelst des Unterrichts, sie erzieht auch unmittelbar, indem sie den Zygling׳ an die Tugenden des Fleißes und der Thäti'gkeit, der Ordnungsliebe, des Gehorsams und der Unterwerfung 'unter das Gesetz, der Verträglichkeit und Bezähmung der aufwallenden Leidenschaft gewöhnt; indem sie, ohne Rücksicht auf Person und Verhältnisse, Lob und Tadel, Ehre und Schande nach Verdienst abwägt, «inen löblichen Wetteifer erregt, der selbst den Trägen mit sich fortreißt, und auf diese Weise die beste Vorschule des Lebens m der bürgerlichen Gesellschaft ist. ׳ Eben darum, weil die Schule eine bildende und erziehende Anstalt sein soll, gehört der Unterricht in der Religion und Sittenlehre zu den wesentlichsten Bestcmdtheilen deS Lehrstoffes. Denn er ist es jader den Schüler über die höchsten und aufs Leben ei'nflußreichsten Wahrheiten belehrt; er ist es, durch welchen der Lehrer die in der Tiefe des Gemüths schlummernden Gefühle und Ahnungen Hervorrust, wo er dem Schüler einen Spiegel vorhält, der ihn in sein Inneres blicken läßt, und wo er ihn nicht bloß unterrichtet, sondern mit