Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 7 (1825-1833)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Über die Bestimmung der öffentlichen Schule
- Date
- 1825-01-01
- Page
- Seite 156 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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156 die jugendlich - regsame Einbildungskraft sich'mit den lieblichsten Bildern bereichert, die Eindrücke einer, in Zaubergestalten sich offenbarenden Welt in sich aufnimmt und deren Rückerinnerung ein stärkender Lebensbalsam bis in das späteste Alter ist? Nur zu bald verschwindet dieser Zauber, welcher über Natur und Welt ausgegossen ist; nur zu bald erkaltet das Herz, wenn der erstarrende, berechnende Verstand die Herrschaft .gewinnt und der Mensch, der Gegenwart vergessend, stets in einer Zukunft lebt, die immer weiter zurückweicht, je näher ׳er. Derselben zu kommen vermeint; der Mensch wird dann, mit zunehmender Welterfahrung, immer klüger, aber zugleich ärmer an Freuden. Darum verkürzet ihm den Zeitraum der glücklichen Unerfahrenheit nicht, und vergönnet ihm den Genuß einer erheiternden Rückerinnerung unter des Lebens Bürden und Mühseligkeiten. Wenn demnach auch die Ansicht jener Eltern von der Bestimmung der Schule die richtige wäre, und dieselbe nur in der Zurichtung , zu einem gewissen Berufe bestünde, so würde dennoch, bei bloßer Berücksichtigung des zeitlichen Lebensglückes, schon aus den obigen Gründen, die Beschleunigung des Fortschreitend und 3urichtens nichts weniger als heilsam sein. ES gab allerdings eine Zeit, wo diese Ansicht, welche die Schule hsrabwürdigt und sie zu einer Werkstätte ermedrigt, die allgemeine war. Sie konnte jedoch nur so lange bestehen, als .man in dem Menschen nur ein klügeres Thier sah , das höchstens auf Befriedigung der feinem und grobem thierischen Bedürfnisse Anspruch machen könne, und in der bürgerlichen Gesellschaft nur