Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 7 (1825-1833)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Parabeln
- Date
- 1825-01-01
- Page
- Seite 148 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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148 heiligen Schauer vermochte der kühne Feind die Ruinen des Tempels zu betreten, auf denen Jeremias seine Klagelieder sang. Wie ein gejagtes Wild zog der freche Sieger von der heiligen Statte, und fürchtete die Nähe des allwaltenden Gottes. Und wüthend zog der Feind durch die Stadt, und Priester und Fürsten sielen. Mer noch wohnte der Herr in seinem zerstörten Heiligthume. Die Lehrer des Gesetzes wurden der Schärfe des Schwertes Preis gegeben, und fortwährend wohnte Gott in der Gemeinde Jeschurun's. Greise und Jünglinge wurden wie Gras abgemäht, und der Herr weilete immer noch. Frauen und Jungfrauen wurden in schmähliche Gefangenschaft geführt, und noch zögerte der Herr. Da'wurden Kinder und Säuglinge gewürgt und der Herr sprach: ״Nun ist es auch um die letzte Hoffnung Israels, um das neu erblühende Geschlecht geschehen, nicht langer kann mein Geist hier walten." Und eine Taube sah man sich auf zu den Wolken schwingen, und ein leises Säuseln wurde vernommen, und merklich waren die Worte zu unterscheiden: ״Mit den Kindern und Säuglingen verlor mein Volk das Heil." — Da erst ward es öde in Zion, stand der Tempel verwaist, und zertrümmert war das Reich Gottes in Israel. Beachtet die Kindlein, denn sie sind das Abbild der