Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 7 (1825-1833)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Bemerkungen über Sprache und Sprachunterricht, als Beförderungsmittel der allgemeinen Bildung
- Date
- 1825-01-01
- Page
- Seite 95 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2304627-2304631-2304632-2310569--07199-2310840- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Wittel in die Reihe der Lehrgegenstande aufnehmen; dann sollte ihnen füglich nicht mehr Zeit gewidmet werden, als die übrigen noch unerläßlichen Objecte, und namentlich die Muttersprache gestatten; dann möchte in allgemeinen ZVildungsanstalten in der Regel wohl nur eine einzige auf-einmal zugelassen werden können; endlich müßte aber auch die Lehrart diesen Zweck besonders berücksichtigen und alles mechanische Eintreiben und Abrichten verbannen. Die fremde Sprache kann ferner aus dem Grunde ge« trieben werden, um mittelst derselben Zutritt zu der in ihr enthaltenen Literatur zu erlangen; dieses Ziel kann man nur erreichen, wenn dem Schüler zugleich die übrigen Erfordernisse zu einem solchen Studium beigebracht werden, und auf alle Falle gebührt dem vaterländischen Schristcnthum der Vorrang; beide Umstände sprechen aber wiederum gegen das Kreiden mehrerer ausländischen Sprachen zu gleicher Zeit, wenn nicht höhere Pflichten darüber außer Acht gelassen werden sollen. Man strebt drittens nach, der Kenntniß dieser und jener fremden Sprache, aus allerlei praktischen Absichten, z. Bum in das Land zu reisen, wo dieselbe gesprochen wird, eine Cyrrespondenz in derselben zu führen u. s. w. Es leuchtet aber ein, daß dergleichen zur Berufsbildung gehört und mindestens den höhern Gesichtspunkt der Schule nicht verrücken sollte^ In dieser Hinsicht heißt es: ״viele Sprachen, viele Kreditbriefe." Und sicher hat diese praktische Nutzbarkeit der fremden Sprachen das Uebertreiben in diesem Gegenstände hauptsächlich hervorgebracht. Man schätzt den Menschen gern nach der Masse feiner Handgreiflichen, materielles Kenntnisse, und da kommen