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Sulamith · 1825-01-01 · Heft 1 · p. Seite 88

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Journal
Sulamith
Volume
7 (1825-1833)
Issue
Heft 1
Article
Bemerkungen über Sprache und Sprachunterricht, als Beförderungsmittel der allgemeinen Bildung
Date
1825-01-01
Page
Seite 88 (sequence 10)
Language
German
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׳ ׳ 88 zählt. Dieser hatte nämlich aus falscher Schaam Niewanden die Schwäche seines Gehörs entdeckt, zog sich vielmehr, um nicht anzustoßen, von allem geselligen Umgange zurück, hörte jedoch die Vortrage seiner Lehrer und späterhin die akademischen Vorlesungen in der theologischen Fakultät mit großer Emsigkeit. Da er indeß selten den ganzen Zusammenhang einer Periode, oft auch ihm ganz neue Begriffe nur halb hörte und dabei mit Niemanden über seine Studien sprach, so gewöhnte er sich, das Fehlende nach eigner Vermuthung zu ergänzen und so die Masse seiner Vorstellungen auf eine ganz eigenthümliche Weise zu verarbeiten; dabei pflegte er sich den so aufgefaßten wissenschaftlichen Stoff fast wörtlich einzuprägen; Daher zeigte es sich denn , als er einst zu einer Probepredigt zugelassen wurde, daß er seinen Kopf mit einem sonderbaren Wust der wunderlichsten Bilder und schiefsten Begriffe angefüllt und sich eine ganz eigene, ihm allein verständliche Sprache gebildet hatte, in der z. B. die Ausdrücke Erfahrung und Erwartung, Empfindüng und Erfindung, hoffentlich und öffentlich gleichbedeutend waren. — Eine ganz ähnliche Richtung nehmen die jungen Polnischen Lalmudisten wegen psychischer Harthörigkeit Sie kommen gewöhnlich mit einer ganz eigentümlichen, durch das Studium des Ealsituds vollendeten und abgeschlossenen Gedankenwelt nach Deutschland. Diese Beschäftigung hat ihren Scharfsinn oft ungemein entwickelt, weniger das ruhige, gerade Denken; denn das talmudische Studium besteht bekanntlich meistentheils in einem beständigen Zusammenstellen und Ausgleichen der verschiedenartigsten Vorstellungen und Ansich-

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